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  Michael Krüger über Jürgen Habermas Habermas als Nachbar : Er merkte sich alles, aber er nahm nichts übel Gastbeitrag Von Michael Krüger 15.03.2026, 17:55 Lesezeit:  3  Min. Sogar mit Michel Foucault hätte er sich nach eigenen Worten anfreunden können. Über die erstaunlichen Einsichten Starnberger Kneipengespräche mit meinem Nachbarn Jürgen Habermas. Ute und  Jürgen Habermas , ein über Jahrzehnte eingespieltes Paar, waren die idealen Nachbarn. In ihrem stets gastfreundlichen Haus in Starnberg traf sich die halbe Welt (die andere mied es), es wurde gegessen, getrunken, erzählt und diskutiert, und da beide temperamentvolle Menschen waren und ein trotz ihres Alters beneidenswertes Gedächtnis auch für kleinste Details hatten, war es immer ein Vergnügen, sich mit ihnen durch die intellektuelle Geschichte der Bundesrepublik zu reden: Es wurde gelacht, verworfen, gelobt und natürlich heftig getadelt. Wenn ich jemanden vehement verteidigte, den er für einen falschen Fuffzi...
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  Dieter Grimm über Jürgen Habermas Habermas als Verfassungsdenker : Gegengewichte zum herrschenden Pragmatismus Von Dieter Grimm 15.03.2026, 10:20 Lesezeit:  3  Min. Demokratie und Rechtsstaat haben den gleichen Ursprung: Die praktische Bedeutung dieser theoretischen Einsicht von Jürgen Habermas kommt uns erst heute mit aller Macht zu Bewusstsein. Mehr als einmal hat  Jürgen Habermas  seine Stimme in Verfassungsfragen erhoben, theoretisch, praktisch und politisch. Drei Interventionen, mit denen er auf den Verfassungsdiskurs Einfluss genommen hat, will ich hervorheben. Im Jahr 1992, schon dreiundsechzigjährig, wandte er sich mit seinem Buch „Faktizität und Geltung“ erstmals ausführlich dem Recht, namentlich dem Verfassungsrecht, zu. Das große Werk basiert auf der Annahme der Gleichursprünglichkeit von Demokratie und Grundrechten, man kann auch sagen: von Demokratie und Rechtsstaat. Nur dasjenige Recht kann Allgemeinverbindlichkeit beanspruchen, welches aus einem...
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  Jürgen Habermas: Abschied von einem Jahrhundertphilosophen Jürgen Habermas : Sollte er nicht ewig leben? Gastbeitrag Von Axel Honneth 15.03.2026, 13:43 Lesezeit:  2  Min. Jürgen Habermas prägt die Philosophie und Gesellschaftstheorie nachhaltig. Sein Tod markiert das Ende einer Epoche und hinterlässt eine große Lücke. Nicht nur bei seinen Schülern und Weggefährten. Auch wenn damit seit Wochen zu rechnen war – er wollte nicht mehr, wollte der Zerstörung seiner Hoffnungen auf ein demokratisches Europa und eine friedliche Weltordnung nicht länger passiv zusehen – erfasst mich anlässlich der nackten Tatsache nun doch ein großer Schock. Hatten wir, die ihm nahestanden, nicht irgendwie geglaubt,  Jürgen Habermas  werde ewig leben und uns in der Misere dieser Welt nicht alleine lassen? Viele werden jetzt mit Recht von dem Ende einer Epoche sprechen; von uns gegangen ist nicht nur der große Intellektuelle, der mit unnachgiebiger Strenge vor jeder Fehlentwicklung der B...
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Habermas’ erster Auftritt in der FAZ Text über Gottfried Benn : 14.03.2026, 17:57 Lesezeit:  3  Min. Die Karriere von Jürgen Habermas beginnt 1952 im Feuilleton der F.A.Z.: mit einer wütenden, brillanten Abrechnung mit einem Hörspiel von Gottfried Benn – und überraschend versöhnlichen Sätzen über das „Heilige“. 19. Juni 1952. Im Feuilleton dieser Zeitung erscheint der Text eines dreiundzwanzigjährigen Philosophiestudenten mit Namen Jürgen Habermas. Der Text geht kritisch mit einem Hörspiel von  Gottfried Benn  ins Gericht. „Die Stimme hinter dem Vorhang“ heißt das Hörspiel, und so lautet auch die Überschrift  des Textes, der sofort das Interesse des damaligen Feuilletonleiters Karl Korn erregt. Habermas beginnt mit Leopold von Rankes berühmtem historistischen Leitsatz, nach dem „jede Epoche unmittelbar zu Gott“ sei, und bezichtigt den 43 Jahre älteren Lyriker davon ausgehend der Geschichtslosigkeit. Oder besser gesagt: des Geschichtszynismus. Er hält sich fast d...
  Intellectuel allemand le plus influent de sa génération, Jürgen Habermas, une foi en la raison Écouter cet article 00:00/06:09 Jürgen Habermas. AYHAN SIMSEK / Anadolu via AFP PORTRAIT  - Le grand philosophe allemand, théoricien de la discussion, de la modernité et du « patriotisme constitutionnel », est mort en Bavière à l’âge de 96 ans. Mondialement connu pour une œuvre aussi complexe qu’influente, qui concerne autant l’avenir de la démocratie que celui de l’Europe,  le philosophe allemand Jürgen Habermas  est mort à Starnberg, en Bavière, à l’âge de 96 ans.  « Jürgen Habermas était presque devenu le philosophe d’État de l’Allemagne démocratique »,  déclarait, voici quelques années, le ministre des Affaires étrangères Joschka Fischer. On ne pouvait mieux dire tant Habermas s’était identifié au projet européen d’une République fédérale allemande qui se voulait définitivement guérie de ses démons nationalistes. À découvrir Né ...
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  Jürgen Habermas Eminent social thinker who remained in Germany to defend the most progressive and enlightened traditions of his native land Habermas at the Heinrich Heine Institute in Düsseldorf to receive the Heine prize in 2012 Next image  › In 1953 a young German journalist caused a furore by attacking the country’s greatest living philosopher, Martin Heidegger, in an article in the Frankfurter Allgemeine Zeitung. Heidegger had just published some lectures from the 1930s, complete with his unaltered comments about the “inner truth and greatness” of the National Socialist movement. What was so shocking, the article declared, was not so much Heidegger’s support for the Nazi regime at the time, but his inability to utter a single word of remorse for all the horrors it had committed. The young man who broke ranks by daring to express his “incredulous outrage” in this way was Jürgen Habermas. His outspokenness, his commitment to the democratic Germany that had risen from the a...
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  They came to build China’s EV future. Investigators found conditions akin to ‘slavery.’ Dozens of Chinese men were getting off a bus and heading into a pair of squat two-story buildings at the end of the road. Oliveira assumed the outsiders had some type of meeting and would soon be on their way. She’d been inside the structures, painted dark green, and knew they weren’t nearly big enough to house them all. But one day turned to the next, and soon Oliveira realized her new neighbors — 56 itinerant Chinese laborers, none of whom spoke any Portuguese — were here to stay. As weeks passed, Oliveira’s curiosity deepened. Their food was prepared in an improvised kitchen in the garage, amid industrial detritus and vermin, and they never seemed to do anything for fun. All they did was work. “Seven days a week,” Oliveira, 35, recalled. “Sunday to Sunday. I never saw any taking a day off.” They departed every morning at dawn and didn’t return until dusk. The hours in between were spent hel...